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Elseyer Herbstwaldlauf

Immer im November, 1999 - 2011

Die Wiege meiner Lauferlebnisse. Hier habe ich meinen ersten Wettkampf absolviert, hier ist die Strecke schön, hier ist die Orga liebevoll, hier ist's nur 300m bis nach Hause ;-)


Herbstwaldlauf-Logo
Jeweils im November gibt's die Schlammschlacht. Eine meiner Hausstrecken in Hohenlimburg-Elsey (Hagen) ist der Austragungsort. Der Veranstalter ist der Elseyer Turnverein 1881 e.V.. Neben dem üblichen Kuchenbuffet trifft man hier bei Start und Ziel im Kirchenberg-Stadion auf bekannte Gesichter aus der Umgebung und kommt ins Gespräch über die Veranstaltungen des vergangenen Jahres bzw. Ziele für das kommende Jahr. Alle beteuern ihren schlechten Trainingszustand, dass man ja "nur aus Spass an der Freud'" mitmache, und einige wenige tun das auch ;-)

Die Anmeldung erfolgt über die Homepage des Veranstalters, Nachmeldungen sind (gegen einen kleinen Aufpreis) bis ca. 30 Minuten vor dem Start möglich. Umkleiden, Duschen und Toiletten sind in geringer Stückzahl vorhanden.

Nach dem Startschuss geht es mit dem Messer zwischen den Zähnen 1+3/4-Runden im Stadion rund, dann raus, bergauf die abgesperrte Strasse Richtung Waldgebiet. Spätestens hier zeigt sich, wer in der Applausrunde vor der Tribüne übermütig war: die ersten Kandidaten müssen gehen. Vorbei geht es an einigen Feldern und schliesslich, mit einigen tüchtigen Steigungen, in das Waldgebiet oberhalb von Elsey Richtung Humpfert-Turm. Im hügeligen Terrain bewegt sich der Läufertross in einer mehr oder wenig schlammigen 8 quer durch den Wald und schlittert dann wieder zurück Richtung Stadion, wo nach einer 3/4-Ehrenrunde das Ziel erreicht ist. Hier warten Banannen, heisser Tee und in aller Regel die Familie.


1999 habe ich es 1/2 Jahr nach Beginn meiner ersten Laufversuche geschafft, die bis dahin noch nie absolvierte Strecke von 10km (und dann noch am Berg) an einem Stück und ohne Unterbrechung zu schaffen. Die Ziele waren a) durchhalten und b) wenn möglich, nicht als Letzter ankommen. Beides habe ich geschafft ;-). Damals noch in Baumwoll-Jogginghose und -Sweatshirt - wissend, dass dieser "neumodische" Laufklamotten-Schnickschnack nichts für mich sei. Immerhin hatte ich schon richtige Schuhe.
[56:XX, X. M30]


2000 konnte ich meine Zeit auf unter 50 Minuten drücken. Hier, wie auch im Vorjahr, bin ich noch mit unserer Husky-Hündin im Geschirr gelaufen, was mir bei solchen Kurzdistanz-Veranstaltungen aber keinen Spass mehr macht. Durch das ständige schreien diverser Kommandos (Richtungswechsel, Tempo, etc) kommt man schnell ausser Puste zumal die schwarzweisse Dame ständig überholen will ... sie kann halt nicht verlieren. ;-)
[46:17, 7. M30]


2001 wieder dabei, wieder etwas schneller.
[43:53, 11. M30]


2002 habe ich mich zum erstenmal Richtig auf diesen Lauf vorbereitet und sogar die von mir so gehassten Tempoeinheiten (Intervalltraining) absolviert. Leider habe ich das Tempo mangels Gripp nicht auf den Boden bekommen - bin wie im Comic durchgedreht mit den Beinen. Die Strecke war zu schlammig für die DS-Trainer. Wieder nicht unter 40min :-( Prinzipiell ist Tempobolzerei nicht mein Ding, aber bei dieser Veranstaltung will ich es doch wenigstens *einmal* schaffen ;-)
[42:13, 5. M35]


2003 war bereits seit Tagen im Internet (Homepage des ETV: http://www.elseyer-herbstwaldlauf.de/) zu lesen, dass der Hauptlauf in diesem Jahr wieder dem alten Streckenverlauf von vor 5-6 Jahren folgen sollte - entlang am Bemberg. Damit sind die Zeiten für Wiederholungstäter zwar nicht mit denen der letzten Jahre vergleichbar, und mit dem 1.1km langen Anstieg durch das Hasselbachtal ist der Lauf auch wesentlich anspruchsvoller - dafür aber auch landschaftlich reizvoller.

Wie in jedem Jahr finden sich im Stadion wieder bekannte Gesichter ein. Läuferinnen und Läufer, die jedes Jahr kommen, einige die man von Trainingsläufen aus der Umgebung kennt, Mitglieder verschiedener Lauftreffs und Vereine aus der Region. Die Stimmung ist gut und die Gespräche drehen sich rund um Laufveranstaltungen der vergangenen Saison und - natürlich - um den "neuen/alten" Streckenabschnitt, der Respekt einflösst.

Leider weicht der Sonnenschein pünktlich zum Start um 14:45 Uhr dunklen Wolken und einem kurzen leichtem Nieselregen-Schauer. Schade, da die Strecke zum Grossteil durch das Herbstlaub der Hohenlimburger Wälder am Kirchenberg geht und ein paar Sonnenstrahlen ein perfektes Farbspiel geliefert hätten.

Nach dem Startschuss folgen die obligatorischen, viel zu schnell gelaufenen 1 3/4 Runden im Stadion. Jeder der Teilnehmer scheint "seine" Zuschauer mitgebracht zu haben - die Stimmung und Anfeuerungsrufe von der Zuschauertribüne stacheln uns Läufer jedenfalls zu einem unvernünftig hohen Anfangstempo an.

Hinaus aus dem Stadion geht es entlang der Berliner Allee in Richtung Aussichtsturm, der höchsten Stelle des Laufes. Es gelingt mir bis hierher zwar noch einige Läufer zu überholen, danach jedoch hat jeder sein Tempo gefunden und die Reihenfolge scheint festzementiert zu sein. Psychologisch gesehen ist es einfacher sich auf dieser Berg- und Talbahn am Anfang zurückzunehmen und den Rest der Strecke zu überholen, aber wer schnell sein will muss hier von Anfang an Gas geben.

Zum ersten Mal seit Jahren ist die Strecke trocken, nicht vereist oder mit knöcheltiefen Schlamm überzogen. Die Bedingungen sind also optimal, und bei 12°C kann man sogar kurze Laufkleidung tragen.

Vom Aussichtsturm aus geht es bis zur Schälker Landstrasse und dann weiter bergab bis zum gefürchteten langen und steilen Anstieg südlich des Bembergs. Das Tempo ist immer noch sehr hoch - die Pulsuhr spricht die Wahrheit. Der Berg selbst ist ein alter Bekannter: Die vielen Traingsläufe hier zahlen sich aus, und die Einteilung der Kräfte gelingt auch den Läufern vor und hinter mir. Leider fällt keiner zurück ins "Gehtempo" so dass auch hier ein Überholen unmöglich wird ;-) Oben angekommen geht es schliesslich zurück, entlang an den Feldern oberhalb der A46 und schliesslich zurück ins Kirchenberg-Stadion.

Warmer Tee, Bananen und - für die weiblichen Finischer - Weihnachtssterne werden im Ziel verteilt. Wie in jedem Jahr bin ich von der liebevollen und engagierten Orga des ETV begeistert und will auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.
[40:44, 6. M35]


2004 Alle waren sie da und ich muß verletzungsbedingt pausieren (schnief). So lerne ich wenigstens, was es bedeutet zuzuschauen und in der Kälte am Ziel auf jemanden zu warten. Also ein Mini-Bericht von Julia:

Trotz des Sauwetters (Schneeregen bei 4°C) sind wieder unglaublich viele Starter und Zuschauer im Kirchenbergstadion eingetrudelt. Als Ersttäterin beim 10km-Herbswaldlauf ist mir nur beim Gedanken an den langen Bemberg-Anstieg mulmig, denn den kenne ich von einigen Trainingsläufen der vergangenen Wochen, und "der ist nicht ohne"! Schnell noch ein Interview für Radio Hagen und dann auf die Plätze... Die Läufer am Start unterscheiden sich in entspannte Wiederholungstäter und aufgekrazte Neulinge, wie mich. Nach dem Startschuss versuche ich erst einmal mein Tempo zu finden, mich auf den Lauf zu konzentrieren.

Da es in den vergangenen Tagen unentwegt geregnet und geschneit hat, ist der Waldboden entsprechend aufgewühlt. Durch den dicken Schlamm wachsen den Laufschuhen Plateau-Sohlen, und das Laufen ist extrem kraftraubend. Auch in den Schuhen und an den Hosenbeinen sammeln sich Wasser und Dreck. Die Füße werden kalt, der Rest ist Dank Winter- Laufbekleidung wohltemperiert.

Verlaufen kann man sich nicht. Freundliche Helfer gibt es auf der ganzen Strecke. Sie haben immer aufmunternde Worte ("...nur noch 6KM, dann hast du es geschafft!"), obwohl sie doch die ganze Zeit über im kalten Matsch stehen. Vielleicht sind sie gegen Ende aber auch nur so gut gelaunt, weil nach mir nicht mehr viele Läufer folgen, und sie sich anschliessend ebenfalls auf den Weg ins Stadion machen dürfen.

Die letzten Meter ins Ziel freue ich mich die Strecke gemeistert zu haben (und nicht mal als Letzte!). Fotos werden gemacht, und als Belohnung warten Weihnachtssterne, Bananen, heißer Zitronentee und mein Mann auf mich.


2005 Zum 18. Herbstwaldlauf gibt es eine ganz neue Homepage: www.elseyer-herbstwaldlauf.de.

Da läuft man zum ersten Mal beide Läufe mit, den 4,7km und den 10km-Hauptlauf, und prompt werde ich trotz Zugmaschine (Schlittenhund) Ronja im Geschirr jedesmal Letzter. Kein Wunder, hatte ich mich dem ETV doch als Besenwagenläufer angeboten, um auch etwas zum Herbstwaldlauf beizusteuern.

Das Wetter hat ein Einsehen: Sonnenschein im Stadion, kühl - aber nicht zu kalt. Wie jedes Jahr sind wieder viele Läufer und bekannte Gesichter aus der Umgebung dabei, um die diesmal kaum matschige Waldstrecke unter die Laufschuhe zu nehmen.

Nach ein paar geschüttelten Händen, dem Einspeichern der Handynummer des Stadionsprechers - ihm soll ich von unterwegs ab und zu berichten, wo sich die letzten Läufer gerade befinden - und einer kurzen Unterweisung durch den Organisator, schlüpfe ich in meine gelbe Warnweste, und positioniere mich mit Ronja am Stadionausgang um dem 4,7er-Feld zu folgen.

Die Berliner Allee entlang, vorbei am Schlesierland, steil hinauf in den Wald, vorbei am Hundeplatz, links durch den Wald bis "Im Ölm", dann am Waldesrand entlang und wieder zurück in Richtung Kirchenberg Stadion. Eine ganz neue Perspektive von hier hinten, doch schnell wird klar, dass genau wie die Topläufer auch hier jeder sein Bestes gibt. Laufeinsteiger, Walker, jeder nach seinem Leistungsstand. Sieger sind sie am Ende alle, wenn es im Stadion unter Beifall noch eine Runde bis ins Ziel geht.

Ein Becher Tee, und dann startet schon der 10km Hauptlauf, der nicht nur doppelt so lang ist, sondern mit Humpfert-Turm und Bemberg auch zwei anständige Steigungen aufzuweisen hat. Der Lauf wird von den Mountain-Bikern des ATS Nahmer eskortiert und ist an den Abzweigungen mit Streckenposten und Sanitätern gut bestückt. Mit den Schlusslichtern komme ich rasch ins Gespräch. Sie bedauern, dass es für sie als Walker keinen eigenen Wettbewerb gibt (Vielleicht eine Anregung für die Veranstalter, falls sich genügend Interessenten finden!), und nehmen halt ohne Stöcke teil. Ebene Abschnitte und die Bergabpassagen meistern sie trotzdem laufend, und ganz ehrlich: Hut ab! Wenn ich mit M70 noch so gut beieinander bin ...

Schliesslich sind es nur noch wenige Hundert Meter. Nach 1:15h kann ich dem Stadionsprecher per Handy unsere Ankunft vorankündigen. Es hat Spass gemacht. Meines Wissens ist niemand ausgestiegen, und das ist doch die Hauptsache - oder? Ich wette, die 19. Ausgabe im kommenden Jahr wird ebenfalls ein Erfolg.


2006 ... kann ich leider nicht am Herbstwaldlauf teilnehmen, weil ich zum 24-Stunden-Lauf "No Finish Line" in Monaco bin.


2007 20. Herbstwaldlauf - Die Jubiläumsveranstaltung kann ich mir nicht entgehen lassen :-)

Ja, Herbstwaldlauf bleibt Herbstwaldlauf. Anstrengender und schöner Jahresabschluss.

Das Wetter hatte ein einsehen mit uns; heute Mittag dachte ich sogar kurz über eine Sonnenbrille nach. Wie in jedem Jahr fanden sich im Stadion wieder Läuferinnen und Läufer ein, die jedes Jahr kommen bzw. die man von Trainingsläufen aus der Umgebung kennt. In den letzten Wochen war mir schon aufgefallen, dass rund um den Bemberg wieder mehr trainiert wurde. Wenn ich mit Ronja meine Hausrunde entlang der Herbstwaldlaufstrecke absolviert hatte, begegneten mir doch deutlich mehr Freizeitsportler als über den Rest des Jahres. Ich kenne die Anmeldezahlen nicht, aber diesmal hatte ich das Gefühl "zum 20. Herstwaldlauf" wollten alle kommen.

Mit leichter Verspätung geht es auf die Bembergrunde. Diesmal wollte ich die 40-Minuten-Schallmauer knacken - wissend, dass ich in den vergangenen Jahren nur lange und langsame Läufe gemacht habe - und reihe mich recht weit vorne ein. Nach dem Startschuss folgen die - wie immer - viel zu schnell gelaufenen 1 3/4 Runden im Stadion, welches ich als ca 20. verlasse.

Das Feld ist bis zum Schlesierland schon so weit auseinander gezogen, dass hier vorne trotz engen Weges gut gelaufen werden kann. Nur das Tempo ist zwei Schuhnummern zu groß für mich. Egal - es soll das letzte Rennen im Jahr sein. Hinter der Hundeschule dann ein erster Vorgeschmack auf die rutschigen Waldwege, die durch Räumungsarbeiten nach Kyrill in noch schlechterem Zustand sind als sonst um diese Jahreszeit.

Humpfert-Turm hoch, ringsherum erklingt nur hastiges Keuchen, dann im 90° Winkel vorbei an der Schälker Landstrasse und auf die lange Gegengerade bergab rund um den Bemberg. Unten angekommen ein Hinweisschild: "Steigung 1000m". Der Berg selbst ist das Sahnestück des Laufes, steil und herrlich aber auch gefährlich mit Laub bedeckt. Hier bei Kilometer 6 zeigt sich, wer die Kräfte richtig eingeteilt hat (oder einfach nur die Strecke nicht kannte!). Der ein oder andere muss doch ein paar Meter gehen und nach Luft schnappen.

Oben angekommen überschlage ich die Zeit - sehr knapp! Schlammpfützen werden nicht mehr um-, sondern durchlaufen und dann geht es im Orion-Tempo ("Rücksturz zur Erde") vorbei an der A46 und der Berliner Alle um zum Kirchenbergstadion abzubiegen.

Nein, die Uhr zeigt 38:30 und in 90 Sekunden schaffe ich die restlichen 500m nicht mehr. Irgendwo bei 40:38 Minuten überquere ich die Ziellinie. Keine Chance - heute war nirgendwo Einsparpotential. Trotzdem bin ich hochzufrieden und natürlich motiviert für den 21. Herbstwaldlauf als Lauf-"Absacker" im kommenden Jahr.

Ab zum Kuchenbuffet ...

[40:38, 5. M40]

PS: Kleiner Verbesserungshinweis/wunsch der auch anderen Läufern aufgefallen ist: Die Kilometermarkierungen waren nicht richtig gesetzt. Wer auf Zeit läuft kommt ganz durcheinander mit seiner Hochrechnung. Die Veranstaltung war insgesamt natürlich wieder 1A. Vielen Dank!


2008 Kleines Jubiläum: 10 Jahre beim Elseyer Herbstwaldlauf.

Die gute Nachricht zuerst: Julia ist mit 59:11 min klar unter einer Stunde geblieben, und ich bin endlich, endlich, endlich mit 39:11 min unter der 40min-Marke ins Ziel gekommen. :-)

Was für ein Tag. Die Wetterbedingungen sind angenehm kühl und damit typisch für den Herbstwaldlauf, als wir pünktlich zum Humpfertlauf-Start im Kirchenbergstadion eintreffen. Wie immer begegnet man den üblichen Verdächtigen aus Hohenlimburg und Umgebung nebst Familie. Zum Glück regnet es nicht, und so sind die Zuschauer-Ränge im Stadion gut gefüllt. Die Siegerehrung des Stadioncross für die Schülerinnen und Schüler überbrückt den Wartenden die Zeit zwischen Start und Zielankunft des 5,4km-Humpfertlaufes. Gegen 14:45 wird der Hauptlauf - die Bembergrunde, unsere Trainingsstrecke - gestartet.

Zehn Jahre sind vergangen, seit ich zum ersten Mal am Herbstwaldlauf teilgenommen habe. Seit meinem ersten 10er hier gehört dieser wunderbare Lauf mit seinem knackigen Profil (ca. 260 Höhenmeter) und seinem stellenweise anspruchsvollen Untergrund zum festen Termin im Laufkalender. Übrigens die letzte und einzige Unter-Marathondistanz, die ich überhaupt noch laufe. Die einzige Raserstrecke ...

Julia hat ein mulmiges Gefühl, weil Mitorganisator Ernst Hildebrandt uns die Startnummern 1 und 2 verpasst hat. Und ich werde tatsächlich im Startfeld mehr als einmal darauf angesprochen: "Oh, du hast letztes Jahr hier gewonnen?". Ich winke schmunzelnd ab - nein, nicht meine Liga!

Nach dem Startschuss und den bekannten zwei Stadionrunden zieht sich das Feld der gut 170 Teilnehmer schon mächtig auseinander. Spätestens am Schlesienland, wo wir den Asphaltpart verlassen und auf rutschigen Feld- und Waldboden wechseln bekomme ich total untypisch Seitenstiche. Ein Blick auf die Uhr bei KM-Schild 2: "Oh je - mit 8:15min wird das wieder nix mit den 40-Minutenmarke, die ich schon seit Jahren vergebens zu knacken versuche.

Weiter! Bergauf, vorbei am Hundeplatz, übers Feld, Wald, Richtung Humpfertturm - alles wie immer - und anschliessend nörlich vom Bemberg im Stutzflug bergab. Die Jungs vom ATS-Nahmer sind wieder als Streckenposten an den Wegkreuzungen. Ich kenne sie alle, aber das Tempo und die Anstrengung sind so hoch, dass mir statt der Namen nur ein "Hallo" entweicht.

Am Bemberg, dem Höhepunkt des Laufes wird es nicht besser. Den Puls kann ich auch ohne Messgerät hören. Ich kann an der 1000 Meter langen und gefürchteten Rampe zwar nicht zum Vordermann aufschliessen, werde seit KM2 aber auch von keinem anderen Läufer überholt.

Oben angekommen der Blick zur Uhr - mächtig knapp! Der Boden ist an einigen Stellen wieder rutschig, aber es gab schon schlimmere Jahre. Hundeplatz, Rücksturz zum Schlesierland und dann die letzten knapp 2 Kilometer Tempo, Tempo Tempo. Vorbei an den Polizisten, die den Verkehr an der Berliner Alee regeln und zurück ins Stadion. Noch zweieinhalb Minuten für 400 Meter: Diesmal klappt es!

Uhrenvergleich, endlose Meter und ... eine 39 steht vorne auf dem Display im Ziel. Endlich, ENDlich, ENDLICH! Heidewitzka, bin ich fertig. 20 Minuten später flitzt auch Julia über die Ziellinie und angelt die erste Weihnachtsdeko des Jahres: Ein Weihnachtsstern als Präsent für alle Finisherinnen. Kompliment, für die - wie immer - gelungene Organisation. Für das kommende Jahr steht schon fest, was wir im November an einem Samstag Nachmittag machen werden...

[39:11, 5. M40]


2009 22. Herbstwaldlauf - Grip contra Bestzeit

Nein, nein, nein - der seit Anfang der Woche gen Himmel gerichtete Blick läßt zwar Spass im Schlamm erhoffen, aber keine neue Bestzeit. Dafür hat es in den vergangenen Tagen - November-typisch - viel zuviel geregnet.

Also müssen die eigentlich schon der Kleiderspende zugeteilten Cross-Schuhe nochmal ran auf der Elseyer "9", denn Bodenhaftung wird heute das A und O sein. Der Spitzname "9" für den Elseyer Herbstwaldlauf ist aus der Form des 9.5 Kilometer langen Hauptlaufes rund um den Bemberg abgeleitet. Aus der Luft betrachtet gleicht die Strecke nämlich der - etwas missratenen gemalten - Zahl 9 (vergl. Karte)

Samstag - Punkt 12:00 Uhr beginnt es bei milden 13°C zu regnen. Während im Kirchenberg-Stadion die Zuschauer der Witterung trotzen und das Kuchenbuffet plündern, steigt bei den Läufern die Vorfreude. Wie jedes Jahr treffen wir hier Bernd Fämel und die Mitglieder des ETV Lauftreffs, Radler und Läufer des ATS Nahmer, Kollegen vom TriTeam Hagen, Schüler der Kaufmannschule, Rudi, Pete, Jutta und Corny uvm. aus Hohenlimburg und Umgebung. Wie immer "Volles Haus" wenn der Elseyer Turnverein die Laufbegeisterten aus Nah und Fern ruft. Apropos Fern: Die weiteste Anreise hat lt. Mit-Organisator Ernst Hildebrandt wohl ein Läufer aus Hamburg.

Nach dem StadionCross, bei dem sich der Nachwuchs der umliegenden Gundschulen gegeneinander misst, und dem 5.4km Humpfertlauf fällt pünktlich um 14:45 Uhr der Startschuss zur Bembergrunde (die "9") - abgefeuert vom Hagener Karnevals-Prinzenpaar - Tätäääää! Der Himmel hat ein Einsehen und schließt seine Schleusen, also wird in Kurz/Kurz gelaufen.

An die 3-400mal sind Julia und ich in den vergangenen 11 Jahren diese Strecke schon mit Husky-Hündin Ronja gelaufen. Trotzdem werde ich sie wohl nie leid: 1 3/4'tel mal die Stadionrunde, Schlesierland, bergauf vorbei am Hundeplatz, übers Feld (flitschig wie nie!), Wald, Richtung Humpfertturm (seit Jahren das erste Seitenstechen), nördlich vom Bemberg runter (ich kriege keine Luft!), anschliessend die gefürchtete "Rampe" über 1000m bergauf (meine Lieblingspassage), schliesslich durch den Wald und über Feldwege zurück in Richtung Stadion. Vermessene 9.5 Kilometer langen heute nicht. Besonders am Hundeplatz und hinter der Schallschutzmauer der A46 ist der Boden glatt wie Schmierseife. Die Beine rutschen derart durch, dass es gefühlte 12.5 Kilometer werden.

Den Asphalt wieder unter den Füssen dann die Überraschung: Kilometerschild 8 taucht auf und mit 34min+irgendwas könnte ich es doch noch einmal unter 40 Minuten schaffen. Also Kniegas! Die Form vom Essen-Marathon letzten Monat kann ich offensichtlich doch noch rüberretten, und mit 39:00,1 min habe ich mein persönliche Bestzeit sogar nochmal unterboten. B-)

Nein, Grip gab es heute auch mit Trailschuhen nicht und die Waschmaschine wird wieder Überstunden schieben müssen, aber Spass hat's gemacht. Wie jedes Jahr... ;-)

[39:00.1 min, 2. M40, 10. Gesamt]


2010 23. Herbstwaldlauf - Nach den Regenfällen der vergangenen Tage wird es Samstag wieder eine reine Frage des Schuhprofils, der Körperbalance und der Waschmaschine. ;-)

Für mich heisst es zwei Wochen nach dem 100km Röntgenlauf und dem die Woche darauf darauf folgenden Herbstwaldlauf über 50km in Bottrop mal keine Raser-"9" (vergl. rote Streckenführung - sieht aus wie eine "9") um den Bemberg. Vielmehr komme ich gerne der Bitte von Mit-Organisator Ernst Hildebrandt nach und mache Fotos direkt vom vom Geschehen im Wald.

Als Fotograf im Regen stehen kann ganz schön anstrengend sein. Eigentlich wartet man die ganze Zeit auf irgend einen Start, auf irgendwelche Leute, auf die Läufer, die um die Ecke gebogen kommen mögen - und dann muss alles ganz fix und 100%ig gehen. Nachdem die Gruppenfotos der Grundchulen, sowie die Starts der Schülerinnen und Schüler im Stadioncross fix zum Orga-Büro gebracht sind, mache ich mich auf den Weg, einen Streckenpunkt des Humpfertlaufes (5.4km) zu erreichen und bleibe prompt im Stau stecken, der durch die Strassensperrung für die Läufer entsteht. Also gleich weiter zum Bemberg gerannt, wo für den anschliessenden Hauptlauf beim berüchtigten KM6 die steilste Passage "spektakuläre" Bilder verspricht ;-)

Dann heisst es wieder warten, der Regen wird wieder stärker, und die 5 Oberteile und 2 Hosen durchweichen nach und nach. Endlich kommen die ersten Läufer den Berg herauf gehetzt. Die ersten 10 fliegen - durchweichter Boden hin, Schlamm her - den Anstieg hoch. Peter Haarmann, Michael Öffler und Rainer König sind unter ihnen, und bei allem "Super" und "Bravo" habe ich alle Hände voll zu tun möglichst viele Läufer auf den Camera-Chip zu bannen, denn der Biltz, der hier im Wald notwendig ist, kommt kaum mit dem laden hinterher.

Das Mittelfeld freut sich über die aufmunternden Worte. Der ein oder andere kann sogar von gequält dreinschauen und stöhnen auf ein Lächeln umswitchen. Die Letzten schütteln einfach nur den Kopf; einige wünschen sogar nicht fotografiert zu werden. Allen die hier gegangen sind sei gesagt: "Ihr habt euch in ausgezeichneter Gesellschaft befunden! 2/3'tel sind hier gegangen!" ;-)

Als Schlussendlich der Besen-Läufer mit der letzten Läuferin um die Ecke gebogen kommt, nehme ich den direktesten Weg zurück ins Stadion um die Bilder für die Homepage des www.elseyer-herbstwaldlauf.de abzuliefern. Durchgeschwitzt, durchgefroren, fast 5h unterwegs - ab unter die Dusche, während Julia den abgekämpften Finishern immer noch Sportmassagen erteilt.

Fazit: Nächstes Jahr laufe ich lieber wieder, dann schmeckt der Kuchen auch viel besser ;-)

Fotos folgen Samstag Abend auf www.elseyer-herbstwaldlauf.de.


2011 24. Herbstwaldlauf - Nach der Trockenheit der vergangenen Wochen droht nicht nur der Streckenrekord zu wackeln, auch der typische Veranstaltungs-Charakter - Spassfaktor für Erdferkel, Sonderschichten für Schuhbürste und Waschmaschine - ist in Gefahr. Der Wetterbeicht verheißt 13°C und Sonnenschein. Ja wie jetzt? Richtig laufen? Grip unter den Füssen? Kein Gerutsche, kein Gestolper - stattdessen Kaiserwetter für Muttis und Vatis Sonntagsspaziergang? Tstststs... Der Elseyer Herbstwaldlauf droht zum Hochgeschwindigkeits-Event für Asphaltraser zu verkommen ;-)

Eine Woche nach der neuen PB (3:42:02h) über 50km in Bottrop, fahre ich gerne einen Gang ruhiger. Statt am Anschlag zu laufen, um erneut die magische 40-min-Schallmauer in Angriff zu nehmen, helfe ich lieber meiner Tochter Nele als Pacemaker bei ihrem ersten Herbstwaldlauf.

Sie hat sich in diesem Jahr selbst 2 Dinge auf die Fahnen geschrieben: 1. das Laufen zu beginnen mit dem Ziel, im November beim Herbstwaldlauf teilzunehmen (so wie ich vor 13 Jahren, als dies mein erster Wettbewerb überhaupt war - vergl. Bericht von 1999). 2. will sie meine damalige Anfängerzeit von 56min für den Kurs einstellen / unterbieten.

Also ziehen wir und die Laufbegeisterten aus dem Umland, wie jedes Jahr an einem November Samstag gegen Mittag in das Kirchenbergstadion. Im Prinzip ist alles über die liebevolle Orga, den phantastischen Kurs, rund um den Bemberg geschrieben. Das Einzige was seltsam anders ist - und da sind sich Läufer und Streckenposten (u.a. wieder mit Radbegleitung vom ATS-Nahmer) einig - sind die wärmenden Sonnenstrahlen, und die untypisch rutschfreien Waldstücke.

Am Ende hat Nele den Kurs trotz einer halbjährigen (!) Laufpause nach rund 1:10h hinter sich gelassen und ich bin stolz über so viel Ausdauer und so wenig Gemurre. Derweil nimmt ihre Mutter Julia bis weit nach Zielschluss noch Kundschaft auf die Massagebank, die im Stadion für alle müden Beine parat steht - bis zum letzten Läufer.

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